Pferdehaltung

Grundlagenwissen für Reiter und Pferdebesitzer

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Auf einem Blog zum Thema Pferde und Reiten darf natürlich das Thema Pferdehaltung nicht fehlen – denn wir wollen, dass es unseren tierischen Freunden gut geht. Zum Thema Pferdehaltung gibt es ganz schön viel zu erzählen. Deswegen empfehlen wir dir wie immer: Mach es dir mit ein paar Snacks und vielleicht einem Tee oder einem Kaffee, mit deinem Tablet oder Laptop und diesem Blogbeitrag auf dem Sofa gemütlich. Viel Spaß beim Schmökern!

Welche Haltungsformen gibt es?

Wenn es um das Thema Pferdehaltung geht, kennt sicher jeder die grundlegenden Haltungsformen der Stallhaltung und Weidehaltung. Aber insbesondere bei der Stallhaltung gibt es große Unterschiede. Es gibt verschiedene Stallhaltungsformen für unterschiedliche Pferdecharaktere und -bedürfnisse – unsere Vierbeiner sollen sich schließlich wohlfühlen.

Stallhaltung

Der Natur des Pferdes am nächsten ist der Offenstall. Hier stehen die Pferde meist in Herden auf großen Wiesen und Paddocks mit einem offenen Unterstand. Der Aktiv- oder Laufstall ist eine modernere Form des Offenstalls. Hier hat man anstatt einer großen Wiese meist verschiedene Untergründe und Futterplätze an verschiedenen Stellen. Das Ziel ist, dass die Pferde sich auf der Wiese bewegen. Offenställe haben häufig keine Halle. Das liegt auch daran, dass für Pferdebesitzer, die ihre Pferde hier unterbringen, meist das freie Ausreiten sowie viel freie Bewegung ihrer Pferde an der frischen Luft von größerer Wichtigkeit sind. Mittlerweile gibt es verschiedene Offenstallkonzepte. Wenn du dich dafür interessierst, gibt es noch jede Menge zu erfahren. Wenn du dein Pferd in einem Offenstall unterbringen möchtest, stelle sicher, dass der Stallbetreiber sich mit dieser Haltungsform auskennt, denn sie ist anspruchsvoller als beispielsweise die Boxenhaltung.

Die Boxenhaltung gestaltet sich als Einzelhaltung in Boxen. Manche sind mit Fenstern oder einem eigenen Paddock (Auslauf) ausgestattet, der nach Belieben für das Pferd geöffnet oder geschlossen werden kann. Die meisten Ställe mit Boxenhaltung bieten auch Weiden sowie eine Halle oder einen Außenplatz zur Bewegung der Pferde an. Eine Führmaschine zählt meist allerdings schon als Luxus. Die Boxenhaltung empfiehlt sich zum Beispiel für Besitzer, die auch auf dem Platz oder in der Halle reiten wollen, beziehungsweise oft auf Turniere gehen. Für sie ist es wichtig, dass sie ihre Pferde im konstanten Training halten können. Daher ist hier eine Halle wichtig. Pferde, die in einer Box stehen, müssen zudem öfter bewegt werden und brauchen mehr Auslauf, als Pferde, die rund um die Uhr auf der Weide stehen, und dort bereits viel Auslauf haben.

Weidehaltung

Vom Offenstall zur reinen Weidehaltung, der sogenannten Robusthaltung, besteht ein fließender Übergang. Die Weidehaltung klingt erstmal nach einer sehr artgerechten und unkomplizierten Haltungsform – tatsächlich muss man aber auch hier einiges wissen. Aber das ist ein Thema für einen neuen Blogbeitrag. Unser Team macht sich bald an die Arbeit.

Boxenhaltung – was gibt es zu beachten?

Wer sein Pferd in einer Box hält, kann viele Vorzüge genießen, hat aber auch hinsichtlich der Bewegung seines Pferdes mehr Aufwand und natürlich auch Verantwortung. Ein Vorteil sind natürlich die Reithallen. Gerade bei schlechtem Wetter sind Hallen sehr praktisch. Dazu kommt, dass das Pferd in der Box sauberer bleibt, da es sich dort nicht im Matsch wälzen kann. Da Pferde, die in Boxen stehen, sich den Tag über aber nicht selbst bewegen können, liegt es natürlich an den Reitern und Pferdebesitzern, dem Tier die Bewegung zu ermöglichen, die es für sein Wohlbefinden und seine Gesundheit braucht.

Wenn du auf der Suche nach einem passenden Stall bist, empfehlen wir dir, nicht gleich den erst besten Stall zu nehmen, denn Box ist nicht gleich Box und je nach Größe deines Pferdes, solltest du vor allem auf die Größe der Box achten. Wie groß die Box für dein Pferd sein sollte, kannst du ganz leicht berechnen. Dazu nimmst du die doppelte Wiederristhöhe des Pferdes (also das Stockmaß) zum Quadrat. Bei einem 1,70 Meter großem Pferd wäre das eine Mindestgröße der Box von ungefähr 12 Quadratmetern. Die Box sollte also ungefähr 4 Meter x 3 Meter groß sein.

Boxen sollten außerdem unten „Lüftungsschlitze“ haben, damit das Ammoniak (was sich durch den Mist der Pferde bildet) aus der Box entweichen kann. Die Türen der Boxen sollten mindestens 1,20 Meter breit und bei Ponys 2 Meter hoch, bei Großpferden 2,50 hoch sein. Die Gitterstäbe der Box sollten genauso hoch sein wie die Türen, damit die Pferde nicht aus der Box herausspringen und sich dabei verletzen können. Dazu dürfen die Gitterstäbe auch nicht zu weit voneinander entfernt sein, damit die Pferde nicht mit den Hufen darin hängen bleiben können, falls sie mal in der Box steigen. Wenn die Boxen komplett aus Holz sind, ist ein Fenster wichtig, damit die Pferde rausgucken können, und etwas von ihrer Umwelt mitbekommen.

Ganz schön viel auf einmal, was? Jetzt kommen wir zu den letzten Tipps bezüglich der Boxenhaltung.

Nicht nur auf die Boxen selbst, sondern auch auf den Stall sollte geachtet werden. Die Decke des Gebäudes sollte hoch genug sein, damit die Luft im Raum besser zirkulieren kann und sich vor allem kein Pferd verletzt, wenn es mal steigen sollte. Alle Ställe müssen eine Mindesthöhe von 3,50 Metern haben. Darüber hinaus muss auch die Stallgasse selbst eine Mindestbreite erfüllen. Diese liegt bei 3 Metern, für den Fall, dass sich zwei Boxenreihen gegenüber liegen. Der Boden sollte rutschfest sein. Diese beiden Faktoren dienen der Sicherheit der Pferde. Wenn sie also erfüllt sind, kann man sein Pferd problemlos auf der Stallgasse drehen oder zwei Pferde aneinander vorbeiführen. Als letzte Punkte gilt es zu beachten, dass zum einen genug Licht durch Lampen im Raum sein sollte, zum anderen aber auch genug Fenster vorhanden sein müssen, damit Tageslicht hereinkommt und ein Luftaustausch stattfinden kann. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass es – gerade im Winter – nicht ziehen sollte, da die Pferde sich sonst erkälten.

Auslauf – Wieviel Auslauf braucht mein Pferd?

Wer Pferdehaltung in einer Box bevorzugt, sollte seinem Tier genug Auslauf verschaffen. Es sollte auf keinen Fall 24 Stunden am Stück in der Box stehen. Eine zu lange „Isolation“ des Pferdes kann zu Verhaltensstörungen wie zum Beispiel Koppen (Luftschlucken) oder Weben (von einem Bein aufs andere treten) führen. In den meisten Pensionsställen kann jedoch ein Paddock-, Weide-, oder Führmaschinenservice hinzugebucht werden, sodass das Pferd draußen ist, auch wenn man es aufgrund von Zeitmangel mal einen Tag nicht schafft, sein Pferd zu bewegen.

Das Reiten allein reicht als tägliche Bewegung des Pferdes nicht aus, ist aber ebenfalls wichtig. Neben dem Reiten sollte das Pferd pro Tag mindestens 2-3 Stunden aufs Paddock oder auf die Weide. Dass das notwendig ist, wird einem vor allem dann klar, wenn man bedenkt, dass Pferde sich in freier Wildbahn 15-16 Stunden am Tag bewegen.

Wenn man sich allerdings für die Pferdehaltung in einem Offenstall entschieden hat, gestaltet sich das Ganze wesentlich einfacher. Hier stehen die Pferde nämlich entweder von morgens bis abends oder sogar 24 Stunden am Tag auf einer Wiese oder einem Auslauf und bewegen sich demnach die meiste Zeit. Zusätzlich sollten sie aber zur richtigen Bewegung und vor allem aufgrund der Abwechslung (täglich) geritten werden.

Pferdehaltung: Eine Übersicht über die Haltungsformen

Nach so vielen Informationen haben wir dir noch mal einen Überblick über die verschiedenen Stallformen vorbereitet. Bedenke bitte immer, dass nicht jede Form der Pferdehaltung auch für jedes Pferd geeignet ist. Pferde mit Erkrankungen wie beispielsweise Ataxie sollten vorrangig in einem Pensionsstall gehalten werden. Für Pferde mit Mauke ist die Weidehaltung nicht geeignet, da sich die Mauke durch den Matsch und die Feuchtigkeit in der Wiese verschlimmert und sich dort auch nicht so gut behandeln lässt. Junge Pferde hingegen sollten am besten auf die Weide und in einer Herde gehalten werden. Dort haben sie ausreichend Bewegung und erlernen das Sozialverhalten.

Pensionsstall:

  • Im einem Pensionsstall stehen die Pferde in ihren Boxen nebeneinander. Sie haben entweder ein Fenster nach draußen oder zur Stallgasse hin. Im Optimalfall haben sie eine Paddockbox und können so auch etwas nach draußen.
  • Für Ställe mit Boxenhaltung ist es üblich, dass sie Paddocks und kleinere Weiden haben, auf denen die Pferde getrennt stehen.
  • Pensionsställe haben oft den Vorteil, dass sie einen Außenplatz und eine Reithalle (die meisten auch eine Führmaschine) besitzen.
  • Das Training des Pferdes steht meist im Vordergrund.


Offenstall:

  • In einem Offenstell stehen die Pferde (meistens in einer Herde) auf einer Wiese. Hier haben sie durch einen Unterstand die Möglichkeit sich vor Regen und Wind zu schützen.
  • Stuten und Wallache stehen meistens getrennt.
  • In manchen Offenställen stehen die Pferde nur tagsüber draußen, und kommen abends in eine Box, in anderen stehen die Pferde hingegen tags und nachts draußen.
  • Offenställe bieten nicht immer eine Halle an. In den meisten Fällen haben sie aber einen Außenplatz und die Möglichkeit auszureiten.


Aktivstall/Laufstall:

  • In einem Aktivstall können sich die Pferde in einer Herde den ganzen Tag frei bewegen. Dabei müssen sie meist zu den Futterstellen hinlaufen.
  • Die meisten Ställe dieser Art der Pferdehaltung haben verschiedene Untergründe.
  • In sogenannten HIT-Aktivställen bewegen die Pferde sich auf Rundwegen und erhalten ihr Futter automatisiert über den Tag hinweg verteilt.
  • Manche Aktivställe bieten eine Reithalle und einen Außenplatz


Kaffee leer? Bei uns war es das auch erstmal zu diesem Thema.

Euer RIDAYS-Team

Fragen & Antworten rund um die Pferdehaltung

  • Welche Formen der Pferdehaltung gibt es?

Die Boxenhaltung in einem Pensionsstall sowie die Weidehaltung in einem Offen- oder Aktivstall sind die bekanntesten Arten der Pferdehaltung. Dabei sollte man jedoch darauf achten, dass nicht jede Haltungsart für jedes Pferd geeignet ist.

  • Braucht mein Pferd viel Auslauf?

Ja, auf jeden Fall. Pferde bewegen sich in freier Wildbahn 15-16 Stunden pro Tag. Daher haben sie allein durch das tägliche Training nicht genug Bewegung. Im Idealfall werden die Pferde morgens früh aufs Paddock gebracht und nach 1-2 Stunden wieder reingeholt. Nach dem Reiten oder später am Nachmittag sollten sie nochmal für 2-3 Stunden aufs Paddock oder auf die Wiese dürfen.

  • Muss mein Pferd in einer Herde stehen?

Sofern das möglich ist, sollte man sein Pferd auf jeden Fall in einer Herde halten. Pferde sind schließlich Herdentiere. Falls die Weidehaltung in einer Herde aufgrund von Krankheiten aber nicht möglich ist, sollte man trotzdem auch in einem Pensionsstall versuchen, seinem Pferd die Paddockzeit zu zweit mit einem anderen Pferd zu ermöglichen.

  • Wie teuer Ist die Pferdehaltung?

Die Kosten für eine artgerechte Pferdehaltung können stark variieren. Ein Offenstallplatz ohne Reithalle oder ähnliches kostet weitaus weniger als die Boxenmiete in einem Pensionsstall mit einer Reithalle und weiteren Zusätzen.

  • Was bedeutet artgerechte Pferdehaltung?

Um sein Pferd artgerecht zu halten, sollte man auf seine Bedürfnisse eingehen. Viel Bewegung und geeignetes Futter, sowie ausreichend Platz haben dabei oberste Priorität. Wem es also nicht möglich ist, sein Pferd oft genug zu bewegen, der sollte sich nach einem Offenstall erkundigen, da die Pferde dort genügend Auslauf und Bewegung haben.

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